Was mich leiden macht
Rabbi Mosche-Leib von Sassow versammelte seine Schüler, um ihnen zu sagen, dass er gelernt habe, seinen Nächsten zu lieben. Alle dachten, der heilige Mann habe eine göttliche Erleuchtung gehabt, was Mosche verneinte.
“Tatsache ist, dass ich heute Morgen aus dem Haus gegangen bin, um einzukaufen. Da sah ich meine Nachbarin Esther, die mit ihrem Sohn sprach. Sie fragte ihn: ‘Liebst du mich?’ Der Sohn bejahte das. Dann wollte Esther wissen: ‘Weißt du, was mich leiden macht?’ ‘Ich habe keine Ahnung’, antwortete der Sohn.
‘Wie kannst du mich lieben, wenn du nicht weißt, was mich leiden macht? Du musst schnell herausfinden, was mich unglücklich macht, nur so wird deine Liebe makellos sein’” Und Rabbi Mosche-Leib schloss: “Die wahre Liebe ist die, die unnötiges Leiden verhindert.”
‘Was Gott erfreut*
Am Tag Simchat Thora, des Fests der Thorafreunde, feierten die Schüler von Baal Shem Tov und tranken vom Wein des Meisters. Die Frau des Rabbiners beschwerte sich: “Wenn sie den ganzen Tag Wein trinken, wird nichts für den Segen übrig bleiben.” “Mach dem Fest ein Ende”, antwortete der Rabbi.
Die Frau begab sich zum Zimmer, in dem die Schüler tranken. Doch kaum hatte sie die Tür geöffnet, da überlegte sie es sich anders und ging zurück zu ihrem Mann.
“Sie sangen, tanzten und freuten sich des Lebens”, berichtete die Frau. “Da habe ich es nicht mehr übers Herz gebracht.”
“Du hast ganz richtig begriffen: So empfängt Gott die Dankbarkeit seines Volkes, er freut sich, weil sie fröhlich sind. Geh zu ihnen und schenk meinen Schülern noch etwas wein ein.”
Das Gebet von der Herde
Eine jüdische Geschichte erzählt von einem Hirten, der immer zu Gott sagte: “Meister des Universums, wenn du eine Herde hättest, würde ich sie umsonst für dich hüten, so sehr liebe ich dich.” Eines Tages kam einem weisen Mann dieses Gebet zu Ohren. Er fürchtete, dieses Gebet könnte Gott beleidigen, und er lehrte den Hirten die Gebete, die er kannte.
Aber sobald sie Abschied voneinander nahmen, vergaß der Hirte die korrekten Worte. Da er Angst hatte, Gott zu bitten, seine Herden zu hüten, gab er das Beten ganz auf.
In derselben Nacht hatte der weise Mann einen Traum: “ Wer wird die Herden des Herrn hüten?” , sagte ein Engel. “Der Hirte betete mit seinem Herzen, und du hast ihn gelehrt, mit dem Mund zu beten.”
Am nächsten Tag kehrte der weise Mann aufs Feld zurück, bat den Hirten um Vergebung und nahm das Gebet vom Hüten der Herde in sein Gebetbuch auf.
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