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Impressionen und Geschichten



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Paulo Coelho: "Der Mut zu handeln" ·  1.08.10

Die folgende Geschichte wird Sayyid Mohammed Gwath zugesprochen, einem Meister des Shattari-Ordens des Sufis,den Humayun, der Herrscher des indischen Großmogulreiches, zutiefst bewundert hatte. Er sgarb 1563, und in Gwalior wurde ihm zu Ehren ein Grabmal errichtet.
Drei Reisende diskutierten auf ihrem Weg durch die Berge des Himalaja darüber, wie wichtig es sei, alles, was sie auf spiritueller Ebene gelernt hatten, in die Praxis umzusetzen. Sie waren so sehr in ihr Gespräch vertieft, dass sie erst spät abends feststellten, dass sie nur ein einziges Stück Brot bei sich hatten.

Sie beschlossen, nicht darüber zu debattieren, wer es verdiente, dies zu essen. Da sie fromme Männer waren, überließen sie den Göttern die Entscheidung. Sie beteten darum, dass während der Nacht ein höherer Geist ihnen eingeben möge, wer die Nahrung erhalten würde.

“Hört meinen Traum”, sagte der erste Reisende, als er aufgewacht war. “Ich wurde an Orte getragen, an denen ich nie zuvor gewesen bin, und habe den Frieden und die Harmonie erlebt, die ich mein ganzes Erdenleben lang gesucht habe.
Inmitten dieses Paradieses sagte ein Weiser Mann mit langem Bart zu mir: “Dich ziehe ich allen anderen vor, denn du hast niemals die Lust gesucht, hast immer auf alles verzichtet. Deshalb möchte ich, als Beweis meiner Verbindung zu dir, dass du ein Stück Brot bekommst.”

“Sehr eigenartig”, sagte der zweite Reisende. “Denn in meinem Traum sah ich meine Vergangenheit und mein heiliges Leben und meine Zukunft als Meister. Während ich auf das schaute, was noch kommen sollte, traf ich einen sehr klugen Mann, der sagte: “Du musst mehr als deine Freunde essen, denn du wirst viele Menschen führen und wirst Kraft und Energie brauchen.”

Darauf sagte der dritte Reisende:
“Ich bin irgendwann nachts plötzlich aufgewacht. Und ich habe das Brot gegessen.” Die anderen wurden zornig.
“Und warum hast du uns nicht geweckt, bevor du dich dazu entschlossen hast?”
“Wie hätte ich das tun sollen? Ihr wart alle so weit weg, habt Meister getroffen und heilige Visionen gehabt! Gestern haben wir darüber diskutiert, wie wichtig es ist, das, was wir auf spiritueller Ebene gelernt haben, in die Praxis umzusetzen. In meinem Fall hat Gott schnell gehandelt und hat mich mit einem Bärenhunger aufwachen lassen.”

Nein sagen
Der Abt des Klosters Sceta war mit einem Mönch aus Sceta unterwegs, als beide zum Essen eingeladen wurden. Der Hausherr, der sich von der Anwesenheit der beiden Priester geehrt fühlte, ließ von allem nur das Beste auftragen. Nun fastete der Mönch aber gerade, und als das Essen kam, nahm er eine Erbse und kaute sie langsam. er aß während des ganzen Abendessens nur die eine Erbse.
Als sie gingen, sprach der Abt den Mönch darauf an: “Bruder, wenn du jemanden besuchst, lasse nicht zu, dass deine Heiligkeit andere beleidigt. Wenn du das nächst mal fastest, nimm keine Einladung zu einem Abendessen an.”

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